Grundsätze des Taekwondo (nach Gen. Choi, Hong Hi

HÖFLICHKEIT (YE UI)

Taekwondo - Schüler sollten sich zusätzlich zur Etikette in folgenden Punkten üben:
1. Sie sollten den Geist gegenseitiger Zugeständnisse fördern.
2. Sie sollten sich der eigenen Schwächen bewusst sein, ehe sie die Fehler der anderen verachten.
3. Sie sollten höflich zueinander sein.
4. Sie sollten den Gerechtigkeitssinn fördern.
5. Sie sollten zwischen Lehrern und Schülern, zwischen erfahrenen und weniger erfahrenen Schülern einen Unterschied machen.

INTEGRITÄT (YOM CHI)

Im TKD-Sprachgebrauch ist der Begriff der Integrität lockerer definiert als es in einem Wörterbuch der Fall ist. Er bezeichnet die Fähigkeit, Recht und Unrecht unterscheiden zu können und genügend Gewissen zu haben, um sich schuldig zu fühlen, wenn man ein Unrecht begannen hat.
Die folgenden Beispiele demonstrieren mangelnde Integrität:
1. Der Fall des Lehrers, der von sich selbst und seinem Können eine falsche Vorstellung vermittelt, indem er seine Schüler aus Unkenntnis oder Trägheit falsche Techniken lehrt.
2. Der Schüler, der zu zerschlagendes Material vor der Demonstration " vorbehandelt " und damit eine falsche Vorstellung von seinem Können gibt.
3. Der Lehrer, der mangelndes Können durch luxuriöse Übungsräume und unehrliche Komplimente an seine Schüler zu vertuschen sucht.
4. Der Schüler, der seinen Lehrer um Höhergruppierung bittet, oder sie gar durch Bestechung erwerben will.
5. Der Schüler, der aus egoistischen Gründen oder aus Machthunger einen höheren Rang anstrebt.
6. Der Lehrer, der die Kunst aus Erwerbsgründen lehrt und fördert.

DURCHHALTEVERMÖGEN (IN NAE)

Ein Sprichwort aus dem fernen Osten besagt, dass "Geduld zur Tugend bzw. zu Verdienst führt". " man kann dadurch ein friedliches Heim schaffen, dass man hundertmal Geduld übt ". Ohne Zweifel hat es ein geduldiger Mensch leichter, zu Glück und Wohlstand zu kommen. Um irgendwas zu erreichen, sei es eine höhere Stufe oder die Vervollkommnung einer bestimmten Technik, muss man sich ein Ziel setzen und dieses dann mit Beständigkeit anstreben.

Robert Bruce lernte Beständigkeit am Beispiel der hartnäckigen Bemühungen einer so niederen Kreatur wie der Spinne. Seine Beständigkeit und Hartnäckigkeit waren es, die ihm damals im 14.Jahrhundert schließlich ermöglichten, Schottland zu befreien.

Eines der Geheimnisse der Führerschaft auf dem Gebiet des Taekwondo besteht darin, jede Schwierigkeit durch Durchhaltevermögen zu überwinden.

SELBSTDISZIPLIN (GUK GI)

Dieser Grundsatz ist von außerordentlicher Bedeutung sowohl innerhalb wie auch außerhalb des DoJang, ob es nun um Freistilsparring oder persönliche Angelegenheiten geht. Der Verlust der eigenen Kontrolle kann sich beim Freistilsparring verhängnisvoll für den Schüler und seine Gegner auswirken. Die mangelnde Fähigkeit, im Rahmen des eigenen Könnens bzw. innerhalb der eigenen Grenzen zu leben und zu handeln, ist ebenfalls ein Beweis für fehlende Selbstdisziplin.

UNBEZWINGLICHKEIT (BEAKJUL BOOLGOL)

Ein ernsthafter Schüler des Taekwondo wird jederzeit bescheiden und ehrlich sein. Wenn er es mit Ungerechtigkeit zu tun hat, wird er der streitbaren Partei ohne Furcht und ohne Zögern gegenübertreten, er wird dabei ohne Ansehen der Person oder Zahl der Gegner einen unbezwingbaren Kampfgeist an den Tag legen.

Hyong, Übungsfiguren (gem. Gen. Choi Hong Hi, 9.
Phonetik / Aussprache